Wieso Schweden in Oldenburg liegt? Das Deerberg-Erlebnis

Wieso Schweden in Oldenburg liegt? Das Deerberg-Erlebnis

Das ist schon eine erlesene attraktive Innenstadt dort in Oldenburg: verwinkelte Gassen wechseln sich ab mit kleinen Plätzen und eine ganze Menge an Boutiquen und Läden, die sich so sehr angenehm abheben von den immer gleichen Innenstädten in Deutschland, in denen sich Handelskette an Handelskette aneinanderreiht. Solche Innenstädte wie die von Oldenburg würde anderen Städten auch stehen und wäre ihnen zu wünschen. Und mitten drin eine Handelskette, die doch so gar nicht daherkommt wie eine solche, da sie doch Individualität und Buntheit schon am Eingang ausstrahlt: das Deerberg-Erlebnis in Oldenburg.

In einem in typisch schwedischem Stil gehaltenen Interieur empfängt den Kunden ein kleines schwedisches Dorf in seiner Farbvielfalt und Eleganz. Wer schon einmal in Schweden war, der wird sagen, dass ein schwedisches Dorf anders aussieht. Aber Deerberg hat es verstanden, seine Kunden in eine Atmosphäre zu bringen, die an Schweden und damit an das spezielle Lebensgefühl, an die Farben und den besonderen Stil erinnert. Und diese Assoziationen mit Schweden, die ziehen sich im Laden durch vom Eintritt bis zum Ausgang.
Wird der Laden betreten, dann kann die Kundin innerhalb des Dorfes wählen, welches Haus sie betreten möchte, um die Ware anzuschauen. Diese ist, wie bei Deerberg üblich, in Farben gegliedert und in sehr ansprechender Weise präsentiert. Die Kundin erhält durch gut strukturierte Regale und Kleiderständer zum einen einen Überblick über die Mode und zum anderen ganz unmittelbar daneben immer wieder Ideen und Möglichkeiten der Kombination der Einzelstücke an Oberbekleidung zu einem guten Look. Das macht Spaß auf das Kombinieren aber auch Freude am Ausprobieren von Einzelstücken, die in einer schlichten und minimalistischen Einrichtung so nicht aufkommen würde. Deerberg versteht es dabei, die Kundin einzufangen, aber auch zu eigenen Ideen anzuregen, wie sie ihren Stil und ihre Farben findet. Und irgendwie kommt das Gefühl von kleinem Dorf mit Behaglichkeit, Intimität und Lebensfreude immer wieder hoch. Ob es das in der Realität so gibt, ist hier nicht wichtig. Aber in der Erinnerung existieren solche wunderbar schöne Orte und diese Erinnerung wird hier wieder wach geküsst.
Das Prinzip ist also eigentlich ganz einfach: schaffe Räume und Atmosphären mit der Assoziation an schöne Erinnerungen. Aber so einfach ist es dann doch nicht. Denn der Grat der Inszenierung solcher positiven Emotionen – und Erinnerungen sind immer auch eng mit Emotionen verknüpft – ist schmal. Zum einen kann es passieren, dass diese Emotionen beim Kunden nicht abgerufen werden können, weil er sie so nie hatte. Oder aber der Raum ist so stark inszeniert, dass sich Frust oder Langeweile äußert, da die Emotion schon zu oft abgerufen wurde und damit keine starke mehr ist. Wenn z.B. immer wieder die Kinderhelden von damals, die jeder so sehr verehrte, herangezogen werden, um Kunden zu berühren, dann stumpft die Emotion ab und es bleibt beim reinen Geschäft.
Das was Deerberg mit der Inszenierung des schwedischen Dorfes erreichen möchte, ist die Sehnsucht nach Freiheit, Abenteuerlust oder auch Entspannung und Wohlbefinden. Eine ebenso typische Inszenierung kann die einer Großstadt sein, die Lifestyle, Mode oder „am Puls der Zeit sein zeigen möchte. Sobald nun der Kunde diese Bilder mit denen seiner Erinnerung positiv teilt, dann geht das Konzept aus.
Wenn nun der Kunde mit solchen Bildern in seiner Erinnerung und Assoziation keine Übereinstimmung findet, dann wird es schwierig, dass er sich in dem Raum wohl fühlt. Es muss also nicht zwangsläufig zu einem glücklichen Einkauf vorkommen.
Solche Inszenierungen lassen sich übrigens auf jegliche Räume übertragen, in denen Botschaften, Stimmungen und Atmosphären wie auch Geschichten emotional berühren kommuniziert werden sollen.
Und ein gutes und stimmiges Beispiel hierfür ist der Deerberg-Laden in Oldenburg, der innerhalb der schwedisch anmutenden kleinen Häuser weitere Details der Kundenorientierung beherrscht.
Eine Kaffeeecke mit Kamin lädt ein, den mitgenommenen Ehemann bei einem Kaffee oder Tee entspannen zu lassen. Von dort hat der Gast einen schönen Überblick über den gesamten Laden, ist aber aus den Laufwegen der kauforientierten Kundin raus und befindet sich in einer komfortablen Beobachterposition. Das kann auch Spaß machen und zum Wohlfühlen beitragen, was dem Einkaufen wiederum positive Attribute verleiht.
Für das gemeinsame Erlebnis mit der Freundin hat Deerberg – und da sind sie nicht mehr alleine auf dem Markt – ein sogenannte Freundinnenkabine im Laden, die bequem Platz für zwei bietet beim Ausprobieren der Kleidung.
Insgesamt macht der Deerberg-Laden in Oldenburg über 2 Etagen, verbunden mit einer großen Holztreppe und einer Größe von etwa 800qm Spaß zum Anprobieren, Entdecken und Ausprobieren. Und er schafft es in vorzüglicher Art und Weise, seine Kundinnen über emotionale Inszenierung einzufangen. Damit entsteht ein positives Erlebnis und das wiederum regt zum Kaufen an. Und über positive Erlebnisse lassen sich tolle Geschichten erzählen, die dann neue Kundinnen bringen können.