Teegenuß in Hamuburg – die Erlebniswelt Meßmer MOMENTUM

Teegenuß in Hamuburg – die Erlebniswelt Meßmer MOMENTUM

 

Wahrlich gibt es in Hamburg aktuell spektakulärere Attraktionen zu entdecken als das Meßmer MOMENTUM in der HafenCity. Zum absoluten Muss einer Reise nach Hamburg zählt dann eher der Besuch der Elbphilharmonie mit ihrer außergewöhnlichen Architektur, die nicht erst seit ihrer Eröffnung im Januar 2017 Neugierige aus aller Welt anlockt.
Allerdings liegt das Meßmer MOMENTUM von der Elphi – wie das Konzerthaus liebevoll genannt wird – nur wenige Fußminuten entfernt und damit auch auf der Route vieler Gäste durch die HafenCity. Diese strategisch günstige Lage spielt Meßmer sehr gut, indem es sich zum einen in der HafenCity angesiedelt hat aber zum anderen auch eine Liaison mit weiteren Genußwelten in der HafenCity und Umgebung eingegangen ist. Das lockt Besucher an und leitet sie dann – immer nur wenige Minuten voneinander entfernt- in die nächste Attraktion. Zu dem Verbund der Hamburger Genußwelten zählen weiterhin: das Kölln-Haferland, das Chocoversum by Hachez, die Speicherstadt Kaffeerösterei und das Spicy´s Gewürzmuseum.
Heute geht es um das Meßmer MOMENTUM, das sich als Tee-Mekka bezeichnet; so geschehen in der Pressemitteilung zur Eröffnung im Jahre 2008.
2016 erfolgte eine umfassende Renovierung, die eine klarere Aufteilung und Struktur der einzelnen Erlebnisse des MOMENTUM´s haben. Auf über 700qm Ausstellungsfläche empfängt die Marke Meßmer ihre Kunden und Gäste mit einem zentralen Eingangsbereich von dem der Shop und die TeeKreation sowie der TeeLounge abzweigt. Das TeeMuseum liegt hinter der Lounge und ist durch diese oder einen separaten Eingang auch von außen erreichbar. Eine schöne Terrasse lädt zum Teegenuß mit Blick über die HafenCity ein.
Es sind die guten und weniger guten Kleinigkeiten, die einem aufmerksamen Betrachter auffallen und spürbar werden, wenn er einige Zeit im Meßmer MOMENTUM verweilt.
Das sind zum einen die aufmerksamen und kompetenten Verkäuferinnen, die im Shop so unzählig viele Teesorten in vielfältigsten Mischungen oder Reinkommen anbieten. Der Laden macht erst einmal den Anschein einer historischen Apotheke und ist in warmen Tönen gehalten aber trotzdem hell und ansprechend gestaltet. Vielleicht ein wenig zu voll mit Dingen, die sich um das eigentliche Produkt Tee ranken aber das ist Geschmacksache. Eine sehr schöne Idee ist es, auf einer Art Pyramide jegliche Teebeutel-Tees, die Meßmer im Sortiment hat, als Einzelbeutel zu verkaufen. So traut sich auch der Wenig-Tee-Trinker mal an eine neue Sorte oder wird neugierig, die eine oder andere Geschmacksrichtung zu probieren.
Doch wie arbeitet so ein Tea-Taster, einer, der Waren prüft und neue Kreationen erfindet und probiert? Das, was Meßmer als sein Herzstück des Momentum´s beschreibt, findet vor den Augen der Besucher leider nur nach Voranmeldung oder aber 1mal/Woche donnerstags für eine halbe Stunde statt. Das ist natürlich schade, dass die Arbeit der Menschen mit und an dem Produkt Tee nur so selten zu sehen ist und letztlich dem Besucher nur zufällig offenbart wird – oder er hatte sich für eines der Events angemeldet. Somit steht leider ein wesentlicher Teil des Tee-Erlebnisses – das direkte Sehen und vielleicht auch Sprechen mit den Tee-Experten vor Ort – vielen vielen Besuchern nicht zur Verfügung. Meßmer wird hierfür Gründe haben, die allerdings nicht mit Blick auf den Kunden – und vor allem dem zufällig vorbeilaufenden möglichen neuen Kunden – gewählt wurde.
Die Tee-Lounge besticht durch ihre Eleganz und Gemütlichkeit und hält den Gästen eine riesige Teeauswahl bereit, die es wirklich schwierig macht, sich zu entscheiden. Aber auch hier ist das freundliche Personal zur Stelle und berät ausgiebig.
Vielleicht sollte dann das TeeMuseum im hinteren Bereich ein wenig das auffangen, was nicht immer in der Live-Präsentation der Teeexperten zu sehen ist. Die Museumsthemen gliedern sich in unterschiedlichste Stellwände und Präsentations-Tische. Es macht hier den Eindruck, dass in den nun viel kleineren Raum des Museums zum ursprünglichen Gefüge von 2008, alles hineingestellt wurde, was vorhanden war. Somit entsteht eine Enge, in der sich maximal zehn Besucher gleichzeitig aufhalten können. Ein roter Faden, ein Leitsystem oder auch nur eine Nummerierung, wie das Museum zu durchgehen ist, ist Fehlanzeige. Der Besucher wird hier leider alleine gelassen und das obwohl die Inhalte in den Stationen doch recht interessant aufbereitet sind, ist der Zugang zu diesen wenig einladend. Schubladen mit Riechproben, Filmmaterial wie Werbung kommt zur Sprache und der Aspekt der Rezepte wird ausführlich geschildert. Nur ist eben alles dicht gedrängt ohne Konzept und Ablauf, was für die Marke und seinen Auftritt im MOMENTUM ebenso wenig passt wie für den Besucher, der hier sicherlich höhere Erwartungen hat, wenn das die Erlebniswelt betritt.
So ist festzuhalten, dass die Idee auch bei Meßmer – einen eigenen Shop als Gesamterlebnis mit Verköstigung und Museum – sicherlich zum guten Image der Marke nachhaltig beiträgt. Was allerdings mit wenig Konsequenz und Strategie durchdacht und umgesetzt wurde, sind die Bereiche TeeKreation und Museum, die zum einen wenig Nähe zulässt und zum anderen den Besucher zu wenig einbindet oder ihn reflektieren lässt. Denn dafür sollte auch ein Markenmuseum stehen, dass es Besucher einbindet, sie partizipieren läßt und ihnen ebenso eine Stimme gibt. Damit kann eine Marke auch emotional bei Besuchern, Gästen oder zukünftigen Kunden eine Nähe herstellen. Denn über Emotionen entsteht Identifikation mit dem Produkt und dem Unternehmen. Und das wünscht sich ja eigentlich jede Marke.